Trinklein Werkzeugbau GmbH - Unsere Aktuelles
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Die Winter.group Holding GmbH übernimmt Trinklein!
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Vor einem halben Jahr musste der Nürnberger Werkzeugbauer Trinklein einen Insolvenzantrag stellen.
Heute sprüht das umstrukturierte Unternehmen wieder vor Optimismus.
Die computergesteuerten Metallfräsen, sie laufen wieder auf Hochtouren bei der Firma Trinklein.
Das heißt, sie sorgen dafür, dass auf manchmal nur geldbeutelgroßen Metallplatten genau an der
richtigen Stelle Kerben und Löcher entstehen. In der Montage wird später aus vielen solcher
Einzelteile in präziser Handarbeit ein hochwertiges Werkzeug (Preis zwischen 50000 und 250000 €)
zusammengebaut, das später in der Fabrikhalle eines Autozulieferers landet und beispielsweise
Zierleisten für die Fenster des neusten BMW-Modells ausstanzt.
Im vergangenen November noch konnte von ganz normalem Arbeitsbetrieb keine Rede sein, als das
1926 gegründete und seit mehr als 40 Jahren in Nürnberg-Wetzendorf produzierende Unternehmen den
Eigenantrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen musste. Die Zukunft von sechzig
Mitarbeitern lag in der Schwebe.
Volkswagen, BMW; es waren allen voran die deutschen Premium-Hersteller, die ihr Auftragsvolumen
nach der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009 zurückgefahren haben. Neue Modelle wurden
später auf den Markt gebracht als geplant. Das riss bei der August und Georg — so hießen die
beiden Firmengründer — Trinklein GmbH ein Millionen-Loch in die Kasse. Bis zu 50 Prozent der
Einnahmen brachen dem Unternehmen weg.
Doch die Produktion bei Trinklein konnte über die Zeit des laufenden Insolvenzantrages aufrechterhalten
werden. So blieben die Kontakte zu den übrig gebliebenen Kunden intakt, genauso wie die innerbetrieblichen
Arbeitsabläufe — für Insolvenzverwalter Werner Pöhlmann einer der Gründe, warum sich schließlich ein
Interessent fand und Trinklein heute noch existiert.
Am 1. Mai 2011 ging die Firma als einhundertprozentiges Tochterunternehmen in die Winter Group Holding GmbH
mit Sitz in Amberg über. Inhaber und Geschäftsführer Thomas Winter hat sich auf die Restrukturierung kleiner
und mittelständischer Betriebe spezialisiert. Zu seiner Holding gehören bereits vier fränkische Betriebe wie
der Hilpoltsteiner Pumpen-Hersteller Speck, an denen Winter mit meist mehr als 50 Prozent Eigenkapital
beteiligt ist. „Die wichtigsten Kriterien sind die Qualität des Produkts und die regionale Tradition der
Unternehmen“, sagt Winter.
Bekenntnis zum Standort
Dass der neue Besitzer ein ehrliches Interesse an einer langfristig ausgerichteten Umgestaltung hat und sich
„nicht wie eine Heuschrecke über die restlichen Profite stürzen“ (Winter) wird, daran besteht für die Belegschaft
kein Zweifel. „Nach einer Zeit der großen Unsicherheit sind alle sehr motiviert und auch sicher, dass wir in guten
Händen sind“, erklärt der technische Betriebsleiter Harald Kessler.
Dem Investor, der nach eigenen Angaben für die nächsten ein bis zwei Jahre täglich in Nürnberg bei Trinklein vor
Ort sein will, rechnet man hoch an, dass er sich zum Firmenstandort in Nürnberg bekennt und alle 60 Mitarbeiter
übernommen hat.
Während Insolvenzverwalter Pöhlmann noch in der Auswertung der offenen Verbindlichkeiten gegenüber verschiedenen
Gläubigern steckt, haben sich die Auftragsbücher im ersten Quartal schon wieder ordentlich gefüllt. Bei einem
Auftragsvolumen von 3,5 Mio. € stehe man am Anfang einer wahren Erfolgsgeschichte, gibt sich Winter zuversichtlich.
In den nächsten Wochen stehen Abschlussgespräche mit neuen Kunden an. Wert der Aufträge: über eine halbe Mio. €.
Außerdem sollen bis Jahresende fünf neue Mitarbeiter eingestellt werden.
„Bevor wir aber in Euphorie verfallen, gilt es erst mal, unsere momentanen Hausaufgaben zu erledigen“, betont Winter.
Es werde eine nächste Wirtschaftskrise geben. Dann komme es darauf an, schnell zu reagieren, ergänzt er.
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